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Karlsplatz, der Stadtpark und ein Schloss als Ausreißer

Mit der U-Bahn zu Wiens Mozart-Konzertsälen

Die meisten Mozart- und Strauss-Spielstätten Wiens liegen nur wenige Minuten vom Karlsplatz oder dem Stadtpark entfernt. Wie Sie jeden Saal erreichen, wann Sie ankommen sollten und für welchen Abend Sie zusätzliche Wegzeit einplanen müssen.

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Der Karlsplatz-Cluster

Wien macht den Konzertbesuch logistisch denkbar einfach, denn die beiden berühmtesten Schauplätze für einen Mozart-Abend liegen am selben Platz. Der Musikverein befindet sich am Musikvereinsplatz 1, direkt am Karlsplatz nahe der Ringstraße, und die barocke Karlskirche erhebt sich nur einen kurzen Fußweg entfernt über demselben Platz. Der Karlsplatz ist einer der wichtigsten U-Bahn-Knotenpunkte der Stadt, sodass Sie von fast jedem Hotel in der Wiener Innenstadt nur wenige Stationen und einen fünfminütigen Fußweg von beiden Eingängen entfernt sind – und von großen Teilen der Inneren Stadt aus können Sie die gesamte Strecke einfach zu Fuß zurücklegen und dabei bei einbrechender Abenddämmerung den Ring überqueren. Findet Ihr Konzert an einer der beiden Spielstätten statt, brauchen Sie kein Taxi und keine komplizierte Planung: Steuern Sie einfach auf den Karlsplatz zu und orientieren Sie sich an der Kuppel oder der Säulenfassade.

Den richtigen Eingang im Musikverein finden

Ein Detail des Musikvereins sollten Sie vorab kennen: Das Gebäude öffnet eine Stunde vor jeder Vorstellung, und die Kasse hat reguläre Tageszeiten geöffnet – werktags tagsüber und samstagvormittags –, für alle, die ihre Karten vor dem Abend abholen oder umtauschen möchten. Steuern Sie auf den Haupteingang am Musikvereinsplatz zu; er ist zugleich der barrierefreie Eingang mit Rampe und automatischer Schiebetür, und das Haus hält ausgewiesene Rollstuhlplätze im Goldenen Saal, im Brahms-Saal und im Gläsernen Saal bereit. Im Inneren finden die Abendkonzerte im Goldenen Saal im Obergeschoss statt, im großen Saal selbst – planen Sie ein paar Minuten für die Garderobenschlange ein, die sich in der halben Stunde vor Beginn besonders staut.

Der Kursalon im Stadtpark

Der Kursalon liegt am südlichen Rand des Stadtparks, Wiens ältestem öffentlichen Park, der 1862 auf dem Gelände eröffnet wurde, das beim Abriss der alten Stadtmauer frei wurde. Das Gebäude ist ein Pavillon im Stil der italienischen Renaissance, und der Park drumherum gehört zum Erlebnis dazu: Das goldene Johann-Strauß-Denkmal – der Walzerkönig mit seiner Geige unter einem Marmorbogen – liegt nur einen kurzen Spaziergang entfernt und ist das klassische Foto-Motiv vor dem Konzert. Der Stadtpark verfügt über eine eigene U-Bahn-Station am Parkrand, deren von Otto Wagner gestalteter Pavillon nahezu im Originalzustand erhalten ist und selbst eine kleine architektonische Sehenswürdigkeit darstellt; von der Station aus ist der Kursalon nur wenige Gehminuten eben durch den Park entfernt. Auch vom Karlsplatz aus lässt sich der Stadtpark bequem entlang des Rings zu Fuß erreichen.

Karlskirche: eine Kirche, kein Konzertsaal

Findet Ihr Abend in der Karlskirche statt, sollten Sie Ihre Erwartungen an den Ankunftsablauf anpassen: Es handelt sich um eine aktive Barockkirche, die Konzerte veranstaltet, nicht um einen eigens gebauten Saal mit Foyers und nummerierten Garderoben. Sie überqueren den Karlsplatz, die beleuchtete Kuppel über sich – einer der eindrucksvollsten Zugänge zu einem Konzert in ganz Europa –, und die Sitzplätze befinden sich im Kirchenschiff; kleiden Sie sich entsprechend für ein Steingebäude, dessen Temperatur eher der Jahreszeit folgt als die eines beheizten Konzertsaals. Durch die Lage der Kirche sind die praktischen Gegebenheiten identisch mit denen des Musikvereins: derselbe Platz, derselbe U-Bahn-Knotenpunkt, derselbe kurze Fußweg von der Innenstadt. Früh genug anzukommen, um das Innere vor Konzertbeginn auf sich wirken zu lassen, gehört zum Reiz dieser Spielstätte überhaupt erst dazu.

Schönbrunn ist der Ausreißer

Eine beliebte Konzertstätte passt nicht in dieses Fußweg-Muster: Schönbrunn. Das Schloss ist ein eigenständiger Komplex deutlich außerhalb des Zentrums, den Sie mit der U-Bahn statt zu Fuß erreichen, sodass ein Abend dort auf beiden Seiten echte Wegzeit erfordert – erst recht, wenn das Paket das Konzert mit einer vorherigen Schlossbesichtigung verbindet. Schönbrunn ist die richtige Wahl, wenn das kaiserliche Ambiente selbst der Sinn des Abends ist, aber die falsche Wahl für Reisende, die ein Konzert zwischen einem Abendessen im Zentrum und einem frühen Flug unterbringen wollen. Bei knappem Zeitplan bieten die Spielstätten am Karlsplatz und im Stadtpark den vergoldeten Wiener Abend mit einem Bruchteil des logistischen Aufwands.

Wann Sie wirklich ankommen sollten

Bei all diesen Spielstätten ist der Ablauf gleich: Einlass und Kassen öffnen etwa 30 bis 45 Minuten vor Konzertbeginn, und 20 bis 30 Minuten vorher auf seinem Platz zu sitzen, ist das angenehme Ziel. Kommen Sie später, stehen Sie mit dem gesamten Publikum in der Garderobenschlange und suchen bei gedämpftem Licht noch Ihre Reihe – Nachzügler werden in der Regel bis zur nächsten passenden Pause im Programm an der Tür zurückgehalten, was bedeuten kann, dass Sie das erste Stück von der Lobby aus hören. Planen Sie die Zeit vor dem Konzert bewusst in den Abend ein: Ein Getränk in der Nähe des Karlsplatzes oder ein Spaziergang durch den Stadtpark zum Strauß-Denkmal nutzt die Pufferzeit besser als ein Auf-und-ab-Gehen im Foyer.

Die Heimfahrt danach

Die meisten Mozart- und Strauss-Abende dauern etwa zwei Stunden, sodass ein Konzert, das zwischen 19:30 und 20:30 Uhr beginnt, sein Publikum zu einer durchaus zivilen Uhrzeit wieder in die Stadt entlässt. Vom Karlsplatz oder Stadtpark aus sind zentrale Hotels einen kurzen Fußweg oder wenige U-Bahn-Stationen entfernt, und die Straßen zwischen den Spielstätten und der Innenstadt sind zu dieser Nachtzeit belebt und gut beleuchtet. Die einzige Situation, die Planung verdient, ist die Rückfahrt von Schönbrunn: Klären Sie Linie und Richtung, bevor Sie das Schlossgelände verlassen, statt es auf einem dunklen Bahnsteig herauszufinden. Für alle anderen ist der Heimweg entlang des Rings an der beleuchteten Oper vorbei die kostenlose Zugabe.

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