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JENSEITS DES KONZERTSAALS

Was es sonst noch zu sehen gibt auf einer Wien-Mozart-Konzertreise

Mozarts einziges erhaltenes Wiener Wohnhaus, die Staatsoper, ein interaktives Klangmuseum und die Kaffeehaustradition – so gestalten Sie rund um Ihr Konzert einen erfüllten Tag.

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Mozarthaus Wien: Hier entstand Figaro

Von allen Wiener Wohnungen Mozarts ist nur eine erhalten geblieben: die Wohnung in der Domgasse 5, direkt hinter dem Stephansdom, in der er von 1784 bis 1787 lebte und „Die Hochzeit des Figaro“ komponierte. Heute beherbergt sie das Museum Mozarthaus Vienna, das sich über mehrere Etagen erstreckt und sein Leben, seine Wiener Jahre und seine Hauptwerke beleuchtet. Es liegt so nah an Dom und Musikverein-Karlsplatz-Ensemble, dass es sich mühelos in denselben Nachmittag wie Ihr Konzertbesuch einfügen lässt. Es ist ein kleinerer, ruhigerer Stopp als die großen Säle – lohnend vor allem, um in den Räumen zu stehen, in denen der Figaro tatsächlich entstand, was die rekonstruierten Interieurs und Ausstellungsstücke greifbar und nicht nur abstrakt machen.

Haus der Musik, für alle Neugierigen

Das Haus der Musik ist Wiens interaktives Klangmuseum, das auf der Idee basiert, dass man Musik durch Ausprobieren mehr lernt als durch Lesen – die Exponate laden dazu ein, die Wiener Philharmoniker virtuell zu dirigieren, einen eigenen Walzer zu komponieren und zu entdecken, wie das Ohr Klang tatsächlich verarbeitet. In den oberen Etagen beherbergt es zudem das eigene kleine Museum der Wiener Philharmoniker. Es passt perfekt zu einem Konzertbesuch, gerade weil es anschaulich und zum Mitmachen erklärt, was man am Abend hören wird – wie ein Orchester sich austariert, warum die Akustik eines Saals entscheidend ist – ganz ohne musikalisches Vorwissen.

Die Staatsoper – ein Erlebnis, selbst wenn Sie keine Oper besuchen.

Die Wiener Staatsoper wurde 1869 an der Ringstraße eröffnet und zählt bis heute zu den meistbespielten Opernhäusern der Welt – fast jeden Abend der Saison steht ein anderes Werk auf dem Programm. Ein Opernbesuch ist jedoch keine Voraussetzung, um das Haus zu erleben: Geführte Rundgänge finden an den meisten Tagen statt und führen durch Zuschauerraum, Prunkstiege und – sofern frei – auch hinter die Kulissen. Die Fassade selbst, nachts stimmungsvoll beleuchtet, gehört zu den architektonischen Glanzlichtern der Ringstraße. Überschneiden sich Ihre Reisedaten mit der Spielzeit, aber ein kompletter Opernabend passt nicht in den Plan? Dann sind die Stehplatzkarten, die kurz vor jeder Vorstellung verkauft werden, der bekannte und preiswerte Weg, um einen Ausschnitt einer Weltklasse-Inszenierung zu erleben – ganz ohne wochenlange Vorausplanung.

Kaffeehauskultur und die Frage nach der Sachertorte

Wiens Kaffeehäuser sind von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe anerkannt – und das Ritual, einen Kaffee zu bestellen, ein Glas Wasser und eine Zeitung zu erhalten und so lange zu bleiben, wie man möchte, ist es wert, in einen Konzerttag eingebaut zu werden, statt daran vorbeizueilen. Das Café des Hotel Sacher ist der Ursprungsort der Sachertorte, des dichten Schokoladenkuchens mit Aprikosenmarmelade, der Wiens bekannteste Nachspeise ist – wobei Demels Version einen eigenen, langjährigen Rivalitätsanspruch auf das Originalrezept erhebt; beide liegen in der Nähe der Staatsoper. Ein langsamer Kaffee und Kuchen vor einem Abendkonzert oder als später Ausklang danach – genau das ist das ungehetzte Ritual, um das Wiens Kaffeehauskultur kreist.

Die Ringstraße selbst, eher zu Fuß als mit der Kutsche erlebt.

Die Ringstraße – die prächtige Prachtstraße, die nach dem Abriss der mittelalterlichen Stadtmauern Wiens ab 1857 entstand – ist die Heimat der meisten in diesem Reiseführer vorgestellten Bauten: Staatsoper, Musikverein und Karlskirche liegen direkt an ihr oder nur wenige Schritte entfernt. Schon ein Spaziergang entlang eines Abschnitts nach Einbruch der Dunkelheit, wenn Oper und Parlament festlich illuminiert sind, ist ein kostenloses, ungeplantes Extra zu einem Konzertabend – und zeigt die Architektur des 19. Jahrhunderts, die die Habsburger gezielt errichten ließen, um Wiens kulturelle Bedeutung zu unterstreichen. Die Ringstraße verbindet fast alle anderen Stationen dieses Reiseführers zu Fuß miteinander, sodass ein gemütlicher Spaziergang entlang ihrer Pracht eine elegante Möglichkeit ist, aus zwei getrennten Besuchen einen gemeinsamen Ausflug zu machen.

Für einen längeren Aufenthalt: die Gräber der Komponisten

Wenn Sie mehr als einen Tag in Wien verbringen, bietet der Zentralfriedhof eine eigene Abteilung für Musikergräber mit Denkmälern für Beethoven, Schubert, Brahms und die Familie Strauss sowie ein Mozart-Ehrengrab – seine tatsächliche Grabstätte auf dem kleineren St. Marxer Friedhof wurde, den Bestattungsbräuchen seiner Zeit entsprechend, nie markiert. Es ist eine Straßenbahnfahrt aus dem Zentrum entfernt und kein Ziel, das man einfach an einen Konzertabend anhängt, aber für alle, die einen ganzen Tag der Musikgeschichte Wiens widmen möchten statt nur dem Konzert selbst, ist es der Ort, der fast allen in diesem Führer genannten Persönlichkeiten ein Gesicht und konkrete Lebensdaten verleiht.

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